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Invasoren

Ich hatte mir eine Ferienwohnung in Dingle (Irland) gemietet, um mir entspannt Proviant für meine Ausflüge zubereiten zu können. Außerdem wollte ich nicht immer auf Nahrungssuche gehen müssen. Es kann ganz schön nervig werden, wenn man losziehen muss und zwar jeden Tag. Ich wollte es mir gemütlich machen können, wenn ich den ganzen Tag unterwegs war.


Soweit so gut. Nette zentrale Wohnung gefunden, etwas älter, von der Ausstattung aber in Ordnung. Gekocht, gegessen alles schön. Dann aber ... etwas bewegt sich am Fußboden. Ach nur eine Ameise, nervige Viecher. Was soll ich sagen, ich hab sie ins Jenseits befördert. Weiter hab ich mir nix dabei gedacht. Irgendwann jedoch, hab ich mich gefragt, ob ich vielleicht in einem Horrorfilm der 70iger gelandet bin. Ständig krabbelte wieder eine Ameise am Boden rum. Ich habe locker 20 zertreten und nach Nummer 5 war ich nicht mehr wirklich entspannt. Mord und Todschlag (gegen die Ameisen) und gutes Zureden (kleines Selbstgespräch) haben geholfen. Wie hieß dieser Film nochmal? Das Pendant zu Mörderspinnen, nur mit Ameisen halt. Wie hieß der noch? Ich sehe es noch vor mir: Ein Junge ist irgendwo reingefallen und überall Ameisen. MASSEN! Oh Gott, gaanz ruhig bleiben. Irland ist nicht für seine Killerameisenpopulation bekannt. Außerdem, wie sagt man so schön: die haben viel mehr Angst vor Dir, als Du vor denen. Vielleicht hatte das Ganze für die Ameisen etwas vom Angriff der 20 Meter Frau... Bei den ganzen Gedanken an Filme landete ich schließlich bei der denkwürdigen Anweisung von Emily Gilmore (Gilmore Girls) „ Sie müssen die Kundschafterameise töten“ der Rest der Sippe würde dann fern bleiben. Liebe Emily, das hab ich dann auch gemacht. Jede Einzelne gefangen, mit meiner Taschenlampe angestrahlt, in bester Verhörmanier. Es gab keine Geständnisse. Da blieb den Meisen nur noch die Hoffnung auf Reinkarnation...

Ich muss gestehen, dass ich kein besonders inniges Verhältnis zu Ameisen habe. (Wäre jetzt keiner drauf gekommen) Als Kind haben sie mich im Garten mit ihren Bissen attackiert. Daraufhin folgte meine Vergeltung. Ich habe sie in einem Tick Tack Döschen ertränkt. Diesmal habe ich mich mit Rache nicht aufgehalten, sondern sie wegen mangelnder Kooperation vom Boden der Wohnung getilgt. Wer nicht singen will, fühlt dann halt gar nix mehr. Gott sei Dank hat sich das rumgesprochen, denn es haben sich von Tag zu Tag weniger zu mir verirrt. Mein Ruf eilte mir bestimmt voraus.


Allerdings...wenn die sich jetzt zusammen tun.....


Mist! Da kann ich jetzt nich mehr hin

6.7.16 20:01, kommentieren

Schnitter

Es war einmal
vor langer Zeit
in einem Wald
unendlich weit

Die Sonne schien heiß,
der Himmel war blau
Es schlurft langsam voran,
ein knöchriger Mann

Ihr Leutchen im Wald, nehmt Euch in Acht
Er hat schon vielen den Tod gebracht
Ihr kleinen Wichte, oh könntet ihr rennen
es wäre jetzt die Zeit dafür
doch ihr steht noch immer
still und stumm
wie hoffnungslos, wie unsagbar dumm

Er trägt einen Korb,
von fröhlichem Tuch bedeckt
der grausige Inhalt,
der schwache Herzen erschreckt

Jenseits des Bunten,
blitzt kalter Stahl
sehnt sich nach Ernte,
sehnt sich nach Qual

Ihr Leutchen im Wald, nehmt Euch in Acht
Er hat schon vielen den Tod gebracht
Ihr kleinen Wichte, oh könntet ihr rennen
es wäre jetzt die Zeit dafür
doch ihr steht noch immer
still und stumm
wie hoffnungslos, wie unsagbar dumm

Der Weg ist weit
doch Hunger treibt ihn an
die Augen blitzen freudig
da er‘s kaum erwarten kann

Nur noch ein Weilchen
dann ist er dort
an einem friedlichen
bald finstren Ort

Hört ihr ihn kommen?
Spürt ihr den Schritt?
bebt nicht der Boden
bei jedem Tritt?
Hört ihr ihn nahen
mit knurrenden Bauch
den Kopf voll mit Gedanken
an Mord, Zwiebeln und Lauch

Jetzt ist er da
der knöcherne Riese
ihr zittert nur leis
allein auf der Wiese

Schon zückt er sein Messer
der Blick durchtrieben voll Schläue
durchtrennt vielen Hälse
freudig und ohne Reue

Die kleinen Körper
begraben im Korb
doch dies ist nicht
ihrer Reise letzter Ort

Ihr Leutchen im Wald, nehmt Euch in Acht
Er hat schon vielen den Tod gebracht
Hört ihr ihn kommen?
Spürt ihr den Schritt?
bebt nicht der Boden
bei jedem Tritt?
Hört ihr ihn nahen
mit knurrenden Bauch
den Kopf voll mit Gedanken
an Mord, Zwiebeln und Lauch

Gefällt auf der Wiese
in Scheiben gehackt
in einem Bad aus Butter
zur Mahlzeit gemacht

Gefällt auf der Wiese
in Scheiben gehackt
in einem Bad aus Butter
zur Mahlzeit gemacht

1 Kommentar 26.6.16 21:19, kommentieren

Irgendwer geht einfach in meine Wohnung, wenn ich nicht da bin. Klingt merkwürdig, gebe ich zu. Es passieren aber seltsame Dinge und ich habe keine andere Erklärung dafür. Sachen sind nicht mehr da, wo ich sie hinterlassen habe. Zum Beispiel habe ich eine Woche lang einen Schal vermisst und dachte schon ich hätte ihn verloren. Plötzlich tauchte er in einer Schublade auf, einfach so. Dafür hat aber jemand meine Yogatasche versteckt - mal sehen wann ich die wieder bekomme. Ich glaube es liegt daran, dass es neben unserer noch viele andere Welten gibt und wir sind durch eine Membran von einander getrennt. Entweder huscht wer von drüben rüber und treibt hier sein Unwesen, oder die Sachen flutschen zwischendurch hin und her. Egal wie es passiert, es ist immer plötzlich und in meiner Abwesenheit.

Neben diesem Versteckspiel haben meine Dimensionsnachbarn aber noch ein anderes tolles Hobby. Mein Zuhause ist ein Ort der Gemütlichkeit, alles ist ordentlich und hat seinen Platz - herrlich. So verlasse ich also die Wohnung und wenn ich nach Hause komme: CHAOS!!! Naja plötzlich stimmt vermutlich nicht ganz. Es sind eher Kleinigkeiten,  die sich ansammeln, so täglich. Ich meine, wer ist denn so irre und bricht - auf welchem Weg auch immer - jeden Tag in meine Wohnung ein, um Unordnung zu machen, Teller zu benutzen und Sachen verschwinden zu lassen?

Ich lass auch jetzt das Aufräumen ganz - hat ja eh keinen Zweck...

20.3.16 10:59, kommentieren