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Leberwurst in Chlor

Ich war heute seit Ewigkeiten mal wieder schwimmen. Wasser ist nicht so mein Element und daher hat es mich lange nicht ins Schwimbad gezogen. „Nicht mein Element“ ist vielleicht falsch formuliert, ich bin ein kleiner Schisser, was dass betrifft. Nun ja, keiner ist Perfekt. Da es allerdings ein gutes Training ist und ich definitiv besser in Form sein könnte, Rücken und so ..... dachte ich - ach was, gib dem Schwimmen eine Chance.
Dazu braucht man einen Badeanzug, oder ähnliches. Mein Badeanzug und ich hatten uns lange nicht mehr gesehen. Es war ein etwas unangenehmes Treffen, da ich ihn erst finden musste. Tja. Das Anziehen gestaltete sich zäh und der Abgleich im Spiegel bestätigte das Gefühl - Leberwurst. Oh Gott, so konnte ich auf gar keinen Fall rumlaufen. Ja ich weiß unter Wasser sieht das keiner, aber man muss erstmal zum Wasser hin. Außerdem weiß ich von der Leberwurst - schlimm genug.
Da ich nun irgendwie von der fixen Idee schwimmen zu gehen beseelt war, bin ich tatsächlich kurzfristig einkaufen gegangen. Badeanzüge einkaufen macht mir keinen Spaß, habe ich festgestellt. Dieses Kleidungsstück zeichnet sich ohnehin bereits durch eine gewisse leberwurstartigkeit aus, wie soll das entspannt verlaufen, wenn man nicht mehr Mitte Zwanzig mit Größe 36 ist. Das mit den Ecken und Kanten, die man angeblich hat oder entwickelt ist Unsinn. Es sind eher Dellen, Runzeln und ungünstig verteiltes Gewicht. Ehrlich ich reite selten auf Gewicht und Formen rum, aber die Weihnachtsüßigkeiten und diese Badeanzüge haben mich fertig gemacht. Wo war ich eigentlich? Ach ja. Ich habe gefühlte Milliarden Badeanzüge angesehen und anprobiert, total ermüdend und ich glaube, ich habe mit jedem Probieren Gewicht zugenommen und Selbstvertrauen verloren. Tragisch. Es könnte unter Umständen sein, dass ich vielleicht etwas negativ vorgestimmt war, aber nur vielleicht. Gott sei Dank habe ich ein Exemplar gefunden, mit dem ich Leben konnte. Nach dieser irren Aktion, die mich Jahre meines Lebens gekostet hatte und viel zu viel Geld, musste ich jetzt auf jeden Fall schwimmen gehen.

Um die Geschichte noch unglaublicher zu machen, bin ich Sonntag recht früh aufgestanden und war um 10.17 Uhr schon im Schwimmbad. (Ja ich weiß für viele nicht exotisch, für mich schon.) Das Bad kenne ich nicht und habe mich einfach der Familie vor mir an die Fersen geheftet. Umkleide, Spind alles klar. Dann wo muss ich hin? Besonders schön ohne Brille, nein vielleicht doch nicht in die Herren Dusche. Ich bin keinesfalls blind, aber lesen ist schlecht auf Entfernung. Huch ist der Boden glatt. Hatte ich alles vergessen.

Hab mich nicht ins „richtige“ Becken getraut, sondern bin erst ins richtig warme Freizeitbecken gewatet. Zaghafte Versuche zeigten ich kann noch schwimmen, nicht toll aber ich bewege mich und zwar nach vorn und nicht nach unten.
Sonntags ist das Schwimmbad offensichtlich nicht erst nachmittags, sondern auch vormittags in Familienhand. Das war auf Dauer zu anstrengend. Also todesmutig: Beckenwechsel. Vorher natürlich kurz gefragt bis wohin der Nichtschwimmerbereich geht. Ich kleiner Schisser. Gott sei Dank ,das Wasser ist erstaunlich warm. Und so schwimme ich zunächst etwas dilettantisch, aber immer sicherer werdend vor mich hin und brauche immer wieder Verschnaufpausen, wo andere Bahnen nach Bahnen schwimmen. Erstaunlich. Vor allem, wenn sie deutlich älter oder jünger sind. Der eine Knirps war bestimmt gar kein Mensch, sondern halb Delphin, Frosch oder so. Kaum den Kopf über Wasser. Für mich und meine Kondition war ich wirklich fleißig. Mein Gott Schwimmen mach müde. Das merkt man besonders beim aus dem Wasser steigen. Diese Phänomen hatte ich auch komplett vergessen. Plötzlich hängt einem jemand Gewichte um den Leib, schwupp. So ermattet habe ich mich nochmal dem Familientreiben ausgesetzt, um mich von diesen Massagedüsen kneten zu lassen. Yes.
Was ich auch vergessen hatte ist, dass die Umkleiden zwar direkt an Duschen und Schwimmband angrenzen, aber dort eine andere Temperaturzone herrscht, deutlich kälter, zumindest im nassen Badeanzug. Und wenn man ohne Brille eine kleine Zahl auf einem Spind sucht, kann die Zeit sich sehr dehnen - kältebedingt. Das schlägt abrupt um, sobald man wieder einige Kleidungsstücke mehr trägt.
Auch wenn ich schon während des Schwimmens gemerkt habe, dass ich definitiv Muskelkater bekommen werde (und ich hatte recht), war es besser als erwartet. Ich gebe zu, ich war um 12.30 Uhr wieder zuhause und hätte vermutlich geschlafen, wenn ich nicht so verdammt hungrig gewesen wäre....... Also ich werde es wieder tun - verdammt!
Badeanzug noch in der Sporttasche!

17.1.16 19:50

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