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- Gedanken

Wenn man sich oft zurücknimmt, tarnt, versteckt, geht man mitunter auch sich selbst ein bischen verloren.
Es ist in etwa so, als säße man in einem Schrank und hat die Tür einen Spalt offen. Man kann mit Denen da draußen auch sprechen und sieht einander, aber häufig undeutlich.
Es sind nicht nur die Anderen, vor denen man im Zwielicht verschwindet. Man nimmt sich selbst in diesem kuscheligen, warmen, dunklen, beengten und harten Raum die Bewegungsfreiheit und sieht die eigenen Facetten nur unscharf.

Was wir oft vergessen:
Schränke haben Eingänge und Ausgänge, die sind immer offen.

26.11.16 10:23, kommentieren

Sendersuchlauf

Hör auf Deinen Bauch, hör auf Deine Stimme!
Tja, was aber, wenn ich vor lauter Gedanken aus unterschiedlichen Facetten meines etwas widersprüchlichen Selbst nicht heraushören kann, was denn nur DIE Stimme ist? Es gibt Zeiten, da ist genau der richtige Sender eingestellt und ich weiß, was ich jetzt tun will und alles passt zusammen. Wenn ich gut bin, handle ich dann auch danach. Es gibt aber auch die anderen Zeiten, die, über die man nicht gerne redet. Ihr wisst genau was ich meine. Zumindest hoffe ich das....Man fühl sich nicht recht wohl, ist etwas träge. Möchte gern, aber gleichzeitig auch nicht so richtig. Da sind viele Möglichkeiten, aber welche passt denn jetzt.? Alles fühlt sich unrichtig an. Etwas fehlt, die letzten Zutaten, damit es rund wird.

Wo ist die verdammte Stimme? Jetzt gibt es eher einen Chor aus altem, aktuellem und neuem. Was gehört zu mir und was gehört zu anderen? Kann man das überhaupt so genau trennen? Von den damit verbundenen widersprüchlichen Gefühlen reden wir erst mal nicht. Dann die ganzen Gedanken, weil man jetzt nicht rausbekommt, was man tun soll bzw. will.....Die intensive Suche nach der inneren Weisheit scheint mir irgendwie sinnlos. Es tauchen nur neue Theorien, Ideen, Zweifel, Wünsche auf und die Verwirrung wird größer. Besser fühlt man sich auch meist nicht. Unter dem Mikroskop ist halt alles enorm viel größer und man verliert schnell das große Ganze aus den Augen.  Karussellfahren mit den eigenen Gedanken bringt einen meist nicht voran, sondern beschert im schlimmsten Fall Schwindel, lässt uns schwanken und man kotz sich an. Wenn sowieso alles irgendwie weniger als gut aber besser als schlecht ist, wieso nicht einfach mal was tun, am besten was anderes als sonst.

Geht es nicht irgendwie immer um Schwellen? Bilbo hat‘s gewusst, es ist gefährlich die eigene Türschwelle zu überschreiten. Draußen warten Leid, Verlust und Verzweiflung. Was aber keiner sagt ist, dass die schon längst bei Dir wohnen. Wenn man aber Leute jeden Tag sieht gewöhnt man sich an sie und vieles bemerkt man nicht mehr. Und wo man vieles nicht mehr bemerkt, sind die Ohren vielleicht auch nicht mehr so fein justiert. Das ist völlig ok, aber es sollte wohl besser nicht zum Koma werden.

Wenn man also die Nase über die Schwelle schiebt und der Rest hinterher schleicht, muss man sich erstmal orientieren, genauer umschauen und bemerkt vielleicht etwas Neues oder Vergessenes und huch - statt krampfhaft zu suchen, hat man was gefunden.

4 Kommentare 12.10.16 11:38, kommentieren

Erwachsenwerden

Erwachsenwerden bedeutet festzustellen, dass die Vorbilder und Helden auch ein Leben jenseits von Umhang und Strumpfhosen haben. Sich eingestehen, dass wir Ihnen oft die Klamotten selbst angezogen haben, ohne zu fragen, ob sie wirklich passen. Es bedeutet, in den Spielgel zu sehen und zu zugeben, dass man hinter den eigenen Idealen zurückbleibt. Dass man gerne besser wäre, als man ist. Und obwohl man seine Fehler kennt, es irgendwie echt schwer ist, sie nicht mehr zu machen.
Man stellt fest, dass die Welt voller Menschen ist wie man selbst, oder schlimmer.
Es gibt so viele Schattierungen, dass man mit Schwarz und Weiß nicht mehr klarkommt.
Es bedeutet, plötzlich, nachdem man dachte längst aufgewacht zu sein, erneut die Augen zu öffnen. Ein Verlust der Unschuld, immer wieder aufs Neue.
Erwachsen werden heißt ,mit all dem Ballast der Jahre voran zu schreiten und weiter zu machen. Die Augen zu reiben und auf alle Facetten zu schauen. Auf alles, auch auf das, was stimmig und hell ist. Genauer hinzusehen und zu erkennen, dass der rote Umhang vielleicht ausgefranst ist, aber der Typ in den schlecht sitzenden Strumpfhosen tut was er kann. Das die Welt und die Menschen voller Wunder, Bosheit, Gleichgültigkeit, Selbstsucht und Liebe sind. Es ist der Abschied vom Ideal mit der Fähigkeit trotzdem zu träumen. Es heißt immer wieder der Verzweiflung zu trotzen und Sinn zu finden. Erwachsen werden bedeutet Größe und Gräuel, Abgründe und Wunder zu sehen, als das, was sie sind. Innen wie Außen Aspekte des Ganzen.

11.7.16 20:18, kommentieren